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Auslandpraktikum #1 Die Bewerbung

Josie JolieHallöchen,

wie du vielleicht schon in anderen Beiträgen gelesen hast oder auf Instagram gesehen hast, werde ich bald in die USA gehen. Ich möchte dir in diesem Beitrag von meinen Beweggründen und meinem Bewerbungsverlauf erzählen.

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Warum geht es in die USA?

Von meinem fünften bis zum achtzehnten Lebensjahr hatte ich eine beste Freundin, welche einen amerikanischen Vater hat. Von der Familie hörte ich immer wieder Geschichten von den USA und ich liebte seinen texanischen Akzent (ok, den finde ich immer noch cool ^^) Mit 12 beschlossen wir zwei, dass wir, wenn wir mal groß sind, zusammen in New York leben werden. Leider zerbrach unsere Freundschaft sechs Jahre später, aber der Traum blieb. Ich interessierte mich weiter für die USA und wollte in der Schulzeit auch ein High School Jahr machen. Meine Eltern haben vier Kinder großgezogen und ich war gefühlt immer die einzige mit solchen teuren Träumen, auch mein Freund war mit der Idee nicht so glücklich und ich entschied mich dann dagegen. Was ich übrigens im Nachhinein sehr bereue. Nach dem Abi ins Ausland war auch keine Option. Ich war nicht die beste im Umgang mit Geld (und hatte zudem noch das Pech, bei einem Autokauf von einem Kriminellen verarscht worden zu sein) und hatte trotz der Arbeit neben der Schule nicht genug gespart. Außerdem wollte ich unbedingt von meinen Eltern unabhängig werden und zog noch in meinem Abschlussjahr aus.

Der Traum von den USA, vor allem von New York blieb bestehen und ich wollte ihn nicht aufgeben. Vor allem auch, weil ich unbedingt meine Sprachkenntnisse optimieren wollte. Dadurch, dass ich schon viele Serien etc. auf englisch gucke verstehe ich die Sprache zwar gut, aber wenn es darum geht selbst zu sprechen, habe ich Hemmungen und mir fallen immer wieder Wörter nicht ein. Und entgegen vieler Meinungen, finde ich das amerikanische Englisch schöner als das britische.

Warum ein Praktikum?

Ich wollte eigentlich ein Auslandssemester machen und hatte mich bei dem Fernstudium auch aufgrund dieser Möglichkeit für die PFH entschieden. Leider sind die Partneruniversitäten der PFH nicht gerade günstig und für 5 Monate an der Partneruni in New York hätte ich 18.000€ Ersparnis vorweisen müssen. Aua

Die Partnerunis in Kalifornien waren mit 11.000€ pro Semester dann schon günstiger. Inzwischen sind es wohl „nur“ noch 9.000€. Diese Summe, die man vorweisen muss soll eine Sicherheit sein, dass man Studiengebühren, alle anderen Gebühren an der Uni, Unterkunft und Essen etc. über den Zeitraum bezahlen kann.

Das Fernstudium neben der Arbeit ist für mich nichts, was mir leicht fällt. Ich habe bisher zwar jede Klausur bestanden, habe aber einen schlechte Notendurchschnitt. Deswegen entschied ich mich lieber dafür, ein Praktikum in den USA zu machen. Natürlich hätte ich es wenigstens versuchen können, aber irgendwie fühlte ich mich schon zum scheitern verurteilt und mit dem inneren Gefühl konnte das doch nichts werden. (Ich glaube sehr daran, dass unsere Gedanken und Gefühle unsere Zukunft beeinflussen.

Zwischenzeitig hatte ich mich auch dafür interessiert, als Au Pair in die USA zu gehen, da dies der günstigste Weg war, aber das kann man nur mit einen Mindestaufenthalt von 12 Monaten machen.

Agentur oder selbstständige Bewerbungen?

Um ein Praktikum (engl. Internship) in den USA zu finden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Der einfachste Weg ist wohl über eine Agentur. Die Vermittlung kostet im Schnitt 2.000€ und man kann maximal die Branche oder eine Wunsch Abteilung angeben, allerdings keine bestimmten Unternehmenarten bzw. Aufgabengebiete. Die meisten Praktikumsprogramme über Agenturen sind auch zeitlich auf 3 Monate begrenzt und ich suchte etwas für 5-6 Monate.

Deswegen versuchte ich es erst einmal alleine. Ich googelte und suchte auf den Webseiten von Firmen. Mit einem guten Notenschnitt hätte ich mich auch bei deutschen Firmen für ein Auslandspraktikum bewerben können (zB VW), aber das ist bei mir ja nicht der Fall. Fündig wurde ich dann auf Craigslist, das ist eine Homepage, auf der man Anzeigen aller Art findet. Darüber kannst du einen Job, eine Immobilie, ein Fahrzeug oder auch einen Partner finden. Alles ist dort inseriert – auch Internships.

In den Anzeigen las ich meistens, dass Studenten gewünscht werden, welche ihr Praktikum für Credits machen, also quasi Pflichtpraktikanten. Mist.

Ich bewarb mich dann bei Firmen in New York, Orlando, Los Angeles, San Diego und San Francisco. Von dein meisten hörte ich nie etwas, wenn dann aber nur eine förmliche Absage, dass aktuell keine internationalen Studenten angenommen werden.

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Wird man in den USA für ein Praktikum bezahlt?

Nein, in der Regel nicht. Es gibt sogar Praktika, für die man bezahlt, um sie machen zu können… Es gibt nur wenige Firmen, die das Praktikum bezahlen, dann aber auch nur schlecht und die Plätze sind hart umkämpft.

Für ein Praktikum dort ist ein Arbeitsvisum notwendig, welches die Firma sponsern muss. Man kann das Visum nicht ohne ein Unternehmen beantragen. Das ist auch ein Grund, warum viele Firmen lieber inländische Praktikanten nehmen, so spart man sich den Papierkram und die Kosten für ein solches Visum.

Was für ein Praktikum mache ich jetzt?

Nach weiterem googeln habe ich bei der GLS-Sprachschule ein Auslandspraktikum gefunden, das sich ganz gut anhörte. Und zwar in einer Partner-Sprachschule. Sie vermitteln auch Praktika an andere Firmen, aber in einer Sprachschule zu arbeiten klang für eine Auslandserfahrung für mich sehr vielversprechend, da ich dabei nicht nur die Kultur der USA besser kennen lerne, sondern auch die der unterschiedlichen Sprachschüler, welche aus der ganzen Welt dorthin kamen. Und vor allem wusste ich hierbei worauf ich mich bewerbe, bei den anderen Vermittlungen konnte man auch nur wieder die Branche bzw. Abteilung angeben.

Außerdem finde ich das Modell sehr ansprechend: Erst besucht man in der Sprachschule 4 Wochen einen Sprachkurs, sodass man sich einleben kann und die Schule schon einmal kennen lernt. Danach hat man nur noch 4 Unterrichtsstunden am Tag den Kurs und arbeitet anschließend 4 Stunden in der Sprachschule (man ist dann von 8-16 Uhr vor Ort). Durch die Arbeit bezahlt man sozusagen den Kurs und man sammelt so nicht nur Arbeitserfahrung, sondern wird kontinuierlich in der Sprache aufgebaut. Man konnte sich zwischen Los Angeles und San Diego entscheiden, ich bewarb mich erst einmal für San Diego, da dort die Wohnkosten ein bisschen günstiger wären.

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Wie verlief die Bewerbung?

Ich füllte zunächst deren Online-Formular aus und bekam dann einen Tag später eine E-Mail mit der Bitte um einen Telefontermin. Während des Telefonats erklärte mir die nette Mitarbeiterin, wie das Programm abläuft und fragte nach meinen Gründen für die Bewerbung.

Anschließend bekam ich von ihr in einer E-Mail eine Vorlage und eine Anleitung zur Erstellung meines englischen Lebenslaufs. In dem Lebenslauf ist auch ein kleines Motivationsschreiben eingebaut. Ich hatte von meinen vorherigen Bewerbungen schon einen, passte ihn an und schickte ihn ab.

Noch am gleichen Tag schrieb sie mir, dass die Sprachschule interessiert sei und ein Skype-Interview mit mir führen möchten. Es wurde dann eine Woche später doch ein Telefoninterview, für das ich extra nach Hannover zu meinem Bruder fuhr, um auch garantiert guten Empfang zu haben (ja, ich mache mir viele Gedanken zu allem… ^^)

Der Mitarbeiter der Sprachschule vor Ort war super nett und erklärte mir erst einmal genau, was sie machen, welche Abteilungen es gibt, wie das Praktikum abläuft und in welchen zwei Abteilungen ich eingesetzt werden könnte. Der eine Aufgabenbereich war die Ankunft und Unterkunft der Sprachschüler zu koordinieren, der andere „Student Services“ also eine Art Ansprechpartner für alle Belange der Sprachschüler zu sein, ihnen die Räume für ihre Kurse zu zeigen etc. Ich entschied mich für letzteres, da ich möglichst viel Gelegenheit zum Austausch haben möchte.

Er fragte mich nach meinem Studium und was ich damit später machen möchte. Dann fragte er mich, ob ich schon mal im Ausland war und wie ich das organisiert hatte. Außerdem warum ich in die USA kommen möchte. An sich war es ein sehr lockeres Gespräch und es klappte mit dem Englisch besser als ich dachte. Ich hatte auch gar keine Probleme ihn zu verstehen.

Er sagte mir, dass ich nochmal eine Nacht drüber schlafen soll und mich dann bei der GLS melden soll, ob ich das Praktikum oder in diesem Fall ein „Working on Campus“ machen möchte. Er würde seine Entscheidung auch bis zum nächsten Tag mitteilen.

Ich schrieb der GLS noch an dem Abend, dass ich das Praktikum unbedingt machen möchte, es hörte sich einfach alles super an. Und am nächsten Tag kam dann auch meine Zusage von der Partnersprachschule *juhu*

Ich werde den 4-wöchigen Sprachkurs am 25.09. beginnen und dann bis zum 09.02. in der Sprachschule arbeiten. Bis Ende Februar reise ich dann noch durch die USA, bevor es für mich weiter nach Peru geht.

Wie geht es mit dem Visum weiter?

Dazu wird es nach der ganzen Tortour noch einen Blogpost geben, aber schon mal soviel: Da es ein „Working on Campus“-Programm ist, bei dem ich 20 Stunden die Woche arbeite während ich einen Kurs besuche, brauche ich kein Arbeitsvisum *yeah* Stattdessen brauche ich das Studentenvisum. Dabei hilft mir die GLS Sprachschule aber auch.

Hier der Link zu der Sprachschule vor Ort.

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Ich beantworte gern noch weitere Fragen zu der Bewerbung, schreib sie einfach in die Kommentare.

Liebe Grüße, deine Josie

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