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Taiwanreise #2 Kaohsiung

img_0417Hallöchen,

die ersten Tage meiner Reise liegen schon hinter mir und ich habe schon sehr viel zu berichten. Die Ankunft, das Hotel, das Essen, Kaohsiung und natürlich das wichtigste: die Hochzeit meines ältesten Bruders! Schon mal vorweg- es war wunderschön und ich fühle mich hier sehr wohl, aber leben könnte ich hier nicht.Da mein Handy bei der Anreise am Pekinger Flughafen geklaut wurde, konnte ich leider selbst keine Bilder machen. Meine Schwester fotografiert aber zum Glück alles, sodass ich euch ein paar Eindrücke zeigen kann. Ich habe es allerdings nicht geschafft, die Bilder zu schneiden oder zu bearbeiten, du siehst also die nackte Wahrheit 😉

Wir kamen Samstag Mittag in Taipeh am Flughafen an und sind dann mit dem Speed Rail (eine Art ICE) nach Kaohsiung gefahren. Übrigens wurden am Flughafen unsere Fingerabdrücke und unser Pass gescannt und das dauerte keine Minute. Soviel zu den großen Umständen einer Einwanderungskontrolle Frau Merkel… (Ich habe nichts gegen Einwanderung, nur gegen fehlende Kontrolle) Als wir dann nachmittags im Hotel ankamen, war ich insgesamt 29 Stunden unterwegs, mir ging es aber echt gut. Im Flugzeug wurden die Jalousinen runter gefahren und vormittags ein Nachtmodus eingeschaltet, damit wir in die richtige Zeit finden, das war wirklich hilfreich!

Kaohsiung ist die zweitgrößte Stadt Taiwans mit 2,5 Millionen Einwohnern und zugleich auch die Heimatstadt meiner Schwägerin. Wir haben im FX Inn Hotel übernachtet, was merkwürdigerweise über Onlineportale wesentlich günstiger war, als wenn man es direkt gebucht hat?! Es war sauber und eher westlich gehalten, für den Einstieg also super 😉

Am ersten Abend waren wir auch erstmal in einem westlichen Restaurant und mein Bruder brachte uns nochmal die Planung des nächsten Tages näher. Unsere etwas freizügige Kellnerin hatte übrigens ein Namensschild mit dem Namen „Sugar“ 😂

Sonntag morgen ging es dann direkt los. Nach einem kleinen Frühstück im Hotel wurden wir von der Familie meiner Schwägerin und meinem Bruder abgeholt und zum Haus der Familie gefahren. Dort musste mein Bruder dann ein paar witzige Aufgaben erfüllen, damit er in dem obersten Stockwerk zu meiner Schwägerin gehen darf. Oben gab es einen Altar (wie in so gut wie jedem Haus hier) und dort wurden die Ahnen geehrt und es wurde für das Glück der Ehe gebetet. Dann ging es wieder runter und es gab verschiedene Zeremonien. Zum Beispiel musste meine Schwägerin uns Tee servieren, wir mussten ihn austrinken und den Becher dann mit einem roten Umschlag darin zurück aufs Tablet stellen. Nach allen Zeremonien wurden noch viele Fotos gemacht und wir wurden weiter zum Restaurant gefahren.

saal.jpg

Im Restaurant gab es ein extra Zimmer fürs Brautpaar mit Schminkspiegel etc., damit sie sich kurz zurückziehen können, das fand ich echt gut. Der Saal war richtig schön geschmückt, ich liebe die weiß-lila-Kombination! Meine ganze Familie saß mit am Tisch des Brautpaares. Alle anderen deutschen Gäste (Freunde meines Bruders, die extra gekommen sind) wurden auch an einem Tisch gebündelt. Für uns Langnasen wurde auch extra Besteck ausgelegt.

Mein Bruder und seine Frau marschierten in den Saal ein und hatten noch ein paar Traditionen auf der Bühne zu erledigen. Ich finde es total schön, wie viele Traditionen es hier bei Hochzeiten gibt. Sie hatten sich aber auch bewusst gegen einige Traditionen entschieden, z.B. dass die Braut sich ständig umzieht, damit meine Schwägerin auch etwas von ihrer Hochzeit mitbekommt und selbst auch Zeit zum Essen hat. Sie hatte ein weißes Kleid an und hat damit sehr westlich geheiratet. Ihre Oma als Familienoberhaupt und auch ihre Mutter waren damit aber auch einverstanden.

Bei einer taiwanischen Hochzeit werden alle Verwandte bis zum letzten Grad eingeladen, egal ob man sie kennt oder nicht. Meine Schwägerin musste 280 Personen einladen, sie kannte davon aber nur ca. 5o… Je entfernter verwandt man war, desto lässiger kam man zur Hochzeit. Es waren auch welche in Jogginhose da.. . Für mich ein kleiner Schock. Aber die 13 Gänge (für mich extra vegetarisch) ließen mich den Schock schnell vergessen und ich war gefühlt nur noch mit Essen beschäftigt. Ach, außer als ich den Brautstrauß fing… tja.. *räusper* mein Freund weiß Bescheid 😉

Bei der Rede meines Bruder hatte ich richtig Pipi in den Augen und auch die Fotoshow von den beiden war richtig schön. Von uns vier Kindern ist er auch der erste  verheiratete und ich freue mich jetzt schon auf seine deutsche Hochzeit nächstes Jahr. Mehrmals heiraten ist bestimmt auch cool 😎

Um ca 16 Uhr war dann auch schon alles vorbei und wir fuhren kurz ins Hotel, um uns um zu ziehen und dann ging die Party in einer Karaokebar mit Freunden und enger Familie weiter. Da ich singen über alles liebe, war das natürlich der perfekte Abschluss für mich, auch wenn es komisch war meinen Bruder auf chinesisch singen zu hören 😂

Die restlichen Tage in Kaohsiung haben wir für eine Fahrradtour auf die Insel Cijin, eine Wandertour auf den Affenberg bei der Universität und für den Besuch vieler Nachtmärkte genutzt. Am witzigsten sind hier die „Best from Germany“ – Produkte, wie zB Haxen 😉

Die Stadt

Nachtmärkte & Essen

Ich hatte mir bei einem Nachtmarkt Molekular-Eis geholt, das war mit Stickstoff vereist und hat dann diesen „Rauch-Effekt“ -witzig, aber bestimmt nicht gesund…

Die Universität / der Affenberg

Ich hatte von Kolleginnen gehört, dass in China Wimpernextensions sehr günstig sein sollen. Ich hatte meine Schwägerin gefragt, ob dies auch für Taiwan zutrifft. Sie hatte dann eine Dame bei eine, Teeladen angesprochen, die Extensions hat und diese hat uns dann ein günstiges Studio vermittelt. Wir hatten direkt für den nächsten Tag einen Termin bekommen und so bekam ich pro Auge 110 Wimpern verpasst und das für umgerechnet 30€. Das günstigste waren 60 Wimpern pro Auge für 15€.

Die letzte Nacht vor der Abreise haben wir im Skytower übernachtet. Das ist das höchste Gebäude in Kaohsiung und auch das Wahrzeichen der Stadt. Ich habe mir ein Zimmer mit meinen Eltern geteilt und wir haben im 35. Stockwerk übernachtet, wobei ich dazu sagen muss, dass es in Taiwan sogut wie nie das 4., 14., 24.,… usw Stockwerk gibt, da das Schriftzeichen für die 4 so aussieht, wie das für den Tod…. in westlichen Hotels wie das FX Inn gibt es auch kein 13. Stockwerk, da dies ja unsere Unglückszahl ist. Verrückt für uns, hier aber ganz normal.

Die Aussicht von unseren Zimmern war einfach grandios und ich hätte am liebsten tausende Fotos gemacht, aber da ich ja kein Handy mehr hatte, war ich immer auf die anderen angewiesen. Ich habe hier ausnahmensweise mit offenen Gardinien geschlafen und den Blick genossen.

Jetzt geht unsere Reise weiter nach Kenting, da gibts dann schöne Strände, viel Sonne und wir werden eine Rollertour machen.

Warst du schon mal in Taiwan oder einem anderen asiatischen Land? Ich habe zum Anfang immer den Fehler gemacht und alles mit Thailand verglichen, was natürlich totaler Blödsinn war. Nur weil beide Länder in einem Kontinent liegen, müssen sie ja nicht gleich sein, ich würde ja auch nie Italien und England in einen Topf schmeißen. Taiwan und Thailand haben wirklich wenig gemeinsam und das habe ich auch schnell gemerkt. In Thailand ist alles touristischer und viele Einheimische können englisch sprechen. Hier in Taiwan können die wenigsten englisch sprechen und es gab auch nicht bei jedem Restaurant eine englische Karte. Ohne meinen Bruder und meiner Schwägerin wäre alles schwieriger gewesen und wir hätten viel mit Wörterbüchern arbeiten müssen.

Solltest du mal im chinesischen Raum sein, versuche am besten niemals die Worte auszusprechen, zeige lieber auf die Zeichen. Im chinesischen kann der gleiche Wortlaut unterschiedlich betont etwas völlig anderes heißen. Und sag am besten niemals „Tschüss“, das bedeutet hier nämlich „geh sterben“.

Das wünsche ich dir natürlich nicht, ich sage dann mal lieber Adé 😉

Liebe Grüße, deine Josie

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