Lifestyle · Persönlich

Ist Low Carb die Lösung?

Hallöchen!

Es gibt unzählige Diäten aus unzähligen Quellen und alle versprechen eine schnelle Abnahme. Auch ich möchte abnehmen, da ich leicht übergewichtig bin und mich selbst nicht mehr schön finde (vor allem Po+Oberschenkel, Bauch ok).

Ich bin lange die Schiene „mein Körper sagt mir schon was er braucht und was gut für ihn is(s)t!“ gefahren, was auch bei vielen funktioniert. Bei mir nicht. Die Kommunikation zwischen mir und meinem Körper scheint nicht so gut zu funktionieren…                                            Ich habe noch mehr zugenommen. Mein Problem ist allgemein, dass ich selten ein Hungergefühl spüre, häufig  Appetit verspüre, aber mich auch selten satt fühle. Wie gesagt, mein Körper und ich sind aktuell nicht so im Einklang, aber ich habe ihn auch lange vernachlässigt, weil ich immer die Arbeit und das Lernen vorgezogen habe. Wir müssen uns also erst einmal wieder annähern.

“ Man sollt mit seinem Körper zusammenarbeiten und ihn nicht bekämpfen“

Ich hatte es, neben anderen Diäten, auch schon mal mit Almased probiert, bin damals aber schon nach drei Wochen nachlässig geworden. Im Gegensatz zu manchen in meinem Umkreis mochte ich den Geschmack sogar und glaubte auch, dass es etwas bringt, aber ich habe mich dann einfach quasi selbst vernachlässigt und einfach gegessen was da war (damals wohnte ich noch bei meinen Eltern, ist ca. 5-6 Jahre her).

Dieses Jahr im Januar war ich beruflich für ein Seminar in der Türkei und lernte dort einen schweizer Fitness- und Ernährungscoach kennen. Solchen Menschen gegenüber bin ich immer erst einmal skeptisch, da ich sie mit den Zeitschriften-Diät-Empfehlungen gleich setzte. (Ja ein innerer Vorurteil, aber vorherige Erfahrungen hatten dies bestärkt). Dieser Coach hat mich aber beim gemeinsamen Mittagessen sehr überrascht, den er erzählte mir nichts allgemeines (Ich mit meiner offenen Art sagte natürlich gleich, dass ich an vielen seiner „Kollegen“ zweifle). Nach einer kurzen Schilderung meiner Körperwahrnehmung und meines Essverhaltens, konnte er mir meine Probleme erklären.

„Mein Körper wollte mir etwas sagen!“

Und jetzt pass auf! Mein Körper wollte mir doch etwas sagen, ich habe nur nicht „zugehört“! Wenn ich nur leicht in mein Fett, zB am Arm, kneife tut mir das schon höllisch weh. Das darf aber nicht sein! Das ist ein Zeichen von meinem Körper, dass mein Fett übersäuert ist. Ich dachte bis dato einfach nur, dass ich eine Memme bin und eine hohe Schmerzempfindlichkeit habe… Er konnte mir genau sagen, welches Organ welche Nährstoffe benötigt und welche meiner Fettpolster von welchem Organ verursacht werden. Dann fragte er mich nach meinen Zielen, diese sind Gewichtsverlust und Hautstraffung, Muskelaufbau ist mir nicht so wichtig. Er erzählte mir worauf ich achten sollte und ich setze genau dies seit dem um. (dazu später mehr) Denn eine so detaillierte, auf Organebene bezogene Beratung hatte ich noch nie. Und das nur so im Gespräch beim Mittagessen 😉

lc

„Gibt es doch noch Hoffnung für mich?“

Ich lernte auf alle Fälle, dass es keine universal Diät gibt, die für alle passend ist. Jeder verfolgt andere Ziele und er erklärte mir auch, dass jeder Mensch andere Mengen unterschiedlicher  Nährstoffe verarbeiten kann. Natürlich hatte ich schon von manchem gehört, was er mir erzählte, aber so kompetent in den Zusammenhang gebracht hatte es mir noch keiner. Bestimmt ist das alles auch online irgendwo schlau nieder geschrieben, aber durch die Flut unterschiedlicher Wahrheiten hatte ich mich nie durchgewühlt und hätte wahrscheinlich auch nicht so darauf vertraut wie jetzt im persönlichem Gespräch.

Sein Körper sprach natürlich für sich, deswegen habe ich wahrscheinlich auch gleich eingewilligt morgens während der Seminarzeit mit ihm zu trainieren. Oh man, das war nicht leicht! Aber ich hatte es durchgezogen. Wir waren so 4-5 Personen, die sich von ihm morgens im Hoteleigenen Fitnessbereich Übungen zeigen lassen, die zu uns passen und die wir zu hause auch gut umsetzen können. Ich hatte hauptsächlich Stretching-Übungen und nur wenige Übungen mit Gewichten bekommen. Aber Stretching klingt leichter als es ist, wenn man die Bewegungen richtig ausführt und hält. Ich habe selten so geschwitzt beim Sport.

„Was hatte ich gelernt?“

Also bei meiner Ernährung achte ich jetzt auf folgende Punkte:

  • keine/wenige Kohlenhydrate also kein Brot, Reis, keine Kartoffeln oder Nudeln
  • auf Chips und Süßes konnte ich schon vorher gut verzichten
  • 1-2 Hand voll Nüsse für gesunde Fette
  • Salate und Gemüse mit besonders hohem Wassergehalt sind zwar nicht Gewichtszuführend, aber bieten den Körper auch nicht viele Nährstoffe
  • deswegen dunkelgrüne Salate (Feldsalat, Rucola…) den hellen (Eisbergsalat) vorziehen
  • Er empfahl mir ab und an Fleisch zu essen, aber ich bleibe Vegetarierin
  • Avocado bieten gute Fette, Hülsenfrüchte auch noch Protein
  • Viel Gemüse
  • Viel Wasser/Tee trinken (weiß eigentlich jeder, nur an der Umsetzung hapert es oft)
  • Verzicht auf Milchprodukte (fürs Abnehmen)

Mehr fällt mir gerade nicht ein, vielleicht ergänze ich später noch mal etwas.

„Ist Low Carb etwas für mich?“

Das reichhaltige Hotelbuffet bot mir viel Gemüse, aber wieder zu hause angekommen, war ich beim Einkaufen anfangs maßlos überfordert. Kein Käse mehr? Ich entschied mich wenigstens meine Salate mit Feta oder fettarmen Mozzarella z peppen, Kuhmilch verwendete ich sonst eh nicht. Ich liebe dafür Kokosmilch oder Haselnussmilch. Hm Gemüse und Salat, war es das jetzt? Dann viel mir wieder ein, dass im Internet ja gerade ein absoluter „Low-Carb-Wahn“ herrscht und so googelte ich nach Rezepten. Ich fand eine großartige Homepage einer Dame, die sich für die Entwicklung von Low-Carb-Rezepten verschrieben hatte.

„Meine Rettung: Betti von www.happycarb.de !!!“

Diese wundervolle Frau hatte da Rezepte parat von denen ich nicht zu träumen wagte und alles mit extrem wenigen Kohlenhydraten – ein Traum. Ich habe als aller erstes die „Himbeere-Mohn-Quarkteilchen“ nach gebacken und als Frühstück gegessen. YUMMI! Es fällt mir überhaupt nicht mehr schwer einkaufen zu gehen! Ok zugegeben, manch eine Zutat ist nicht gerade günstig, aber jetzt ist mal mein Körper dran und der Kleiderschrank kann eh eine Pause verkraften 😉

Bildschirmfoto 2016-03-12 um 20.34.10.jpg

Zum Frühstück esse ich entweder solche gebackenen Sachen von der Seite oder Omelett. Ich esse gerne Eier, ein Grund weshalb ich niemals Veganerin werden könnte, allerdings muss ich dazu sagen, dass meine Eier von den Hühnern aus Mamas Garten stammen 😉 Mittags und abends esse ich viel Gemüse, sehr häufig als Kokos-Curry mit Kichererbsen und Cashewnüssen. Ansonsten esse ich viele Salatvariationen, da kann man seiner Fantasie ja freien Lauf lassen. Meine liebste Variante ist: Feldsalat mit Weintrauben, Walnüssen, Lauchzwiebeln und Fete-Käse (ok mit Leerdammer schmeckt es mir besser, aber der ist zu fettig..) dazu mache ich mir ein Dressing aus Himbeeressig, Walnussöl, Thymian und Oregano, dazu noch etwas Kräutersalz. Ja ein ungewöhnlicher Mix aber auch Gäste lieben diesen Salat.

Ich habe jetzt seit Mitte Januar 5 Kilo abgenommen, vielleicht nicht viel, aber gesund! Mit mehr Sport und vor allem mehr Wasser trinken purzeln die Pfunde bestimmt auch schneller. Mein Start war bei 79 Kilogramm, ich bin 173cm groß.

„Ist Low Carb für jeden das richtige? „

Wenn du abnehmen möchtest, kann ich dir guten Gewissens dazu raten. ABER es kann natürlich sein, dass dein Körper mehr Kohlenhydrate umsetzen kann als meiner, oder du auch mehr Sport machst als ich, dann brauchst du natürlich nicht so radikal zu verzichten. Verzichten ist für mich schon ein falsches Wort, denn ich vermisse nichts. Wenn ich aber mal Lust auf etwas bekomme esse ich auch eine Kleinigkeit davon, zB esse ich so ca. alle zwei Wochen mal ne Scheibe Brot. Solltest du nicht nur abnehmen, sondern auch Muskeln aufbauen wollen, musst du auch auf anderes achten. Dazu etwas zu raten ist mir aber zu gefährliches Halbwissen 😉 Du kannst ja mal googeln, ob du etwas spezielles für deine Ziele auf Organebene findest.

So jetzt schreibe ich schon so wie ich spreche, einfach zu viel! =)

Ich hoffe du hattest Spaß beim Lesen und ich freue mich über Feedback! Das ist ja erst mein zweiter Beitrag und ich möchte ja dazu lernen 😉

Liebe Grüße

deine Josie

9 Kommentare zu „Ist Low Carb die Lösung?

  1. Lowcarb ist momentan wieder einmal so ein Trend, den ich aus gesundheitlicher Sicht für nicht empfehlenswert halte.
    Keine Milchprodukte und ab und zu Fleisch klingt für mich nach Paleo – Steinzeit-Diät.
    Was Lowcarb anstrebt ist, Fett als Ersatztreibstoff für Glocose (Zucker) aus Kohlenhydraten zu nutzen. Doch gesund ist das nicht. Denn die sogenannte Ketose, also der Status, in dem der Körper Ketonkörper verbrennt und man diesen typischen Azetongeruch hat, ist eigentlich ein Hungerzustand. In Dritteweltländern ist das häufig vertreten. Also gerade bei hungernden Menschen.
    Das nächste ist, dass auch vegetarischem Lowcarb die Hauptbasis oft tierische Fette sind. Und gerade diese tierischen Fette sind nachweislich für hiesige Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Gerade Lowcarb, wenn man viel tierisches Fett isst, begünstigt langfristig die Entstehung von beispielsweise Diabetes Typ 2. Es wird den Leuten im Endeffekt geraten genau das zu essen, was die Mehrzahl hierzulande krank macht. Gerade wegen dieses Aspekts halte ich das für absolut nicht empfehlenswert und würde mich lieber auf Altbewährtes konzentrieren.

    Clean essen. Vollwertig, Auf unnötigen Süßkram wie Junk und Softdrinks wie Cola zu verzichten. Pflanzenbasiert. Ruhig Reis, Kartoffeln, Nudeln und Brot essen. Das ganze Zeug schadet nicht. Im Gegenteil. Dazu ausreichend Bewegung. Das ist wesentlich gesünder und auf lange Sicht auch effektiv. Es ist nur halt nicht der einfache bzw. schnelle Weg.

    Gefällt mir

    1. Vielen Dank für dein ausführliches Kommentar. Genau das meinte ich in meinem Text, es gibt unzählige Meinungen und es ist schwer zu entscheiden, welcher man folgt. Alleine wenn ich „clean eating“ google kommen unzählige Anleitungen, die sich in manchen Punkten untscheiden. Ich freue mich für dich, dass du für dich den richtigen Weg gefunden hast. Ich höre erstmal weiter auf meinen Körper und auf Nudeln, Reis und Kartoffeln größtenteils zu verzichten fühlt sich für mich erstmal gut an. Fette hole ich mir hauptsächlich aus Nüssen und von Avocados. Zucker führe ich meinem Körper ja auch durch Obst immernoch zu, zB in dem ich meinen Salat mit Weintrauben zubereite.

      Gefällt mir

      1. Es stimmt, es gibt dazu viele Meinungen. Wovon ich hier spreche ist allerdings der medizinische Stand der Dinge. Und hierbei ist veganes Lowcarb zum Beispiel durchaus gesundheitsfördernd. Gerade in Bezug auf die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vegetarisches Lowcarb wiederum nicht. Kurz: Wenn man einen Makronährstoff minimiert, muss man einen anderen aufstocken. Wenig Kohlenhydrate also mehr Fett. Doch desto mehr tierisches Fett, desto ungesünder. Deswegen empfiehlt auch keine Ernährungsgesellschaft bislang einr Lowcarb Ernährung als Dauerernährung. Doch irgendwie interessiert das oftmals nur wenig…

        Ja, für clean eating gibt es verschiedene Definitionen. Zum einen unverarbeitet. Und zum anderen clean in Bezug auf Umwelt usw. Regional, saisonal. Was ich primär meine ist vollwertig, möglichst unverarbeitete Produkte.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s